Das Hamburger (Ost)er Special

Der Herr ist auferstanden! Das ist Grund genug zum Feiern, für Mut, Zuversicht und gute Musik.

Als Vorbild für diese digitale Veranstaltung diente „Nacht der Kirchen“. Diakon Andreas führt mit einer Live-Moderation aus der Kirche in Borgfelde durch ein buntes Programm, das uns vom Karfreitag in die Osterfreude führt. Neben moderner Musik wird auch die Orgel in Borgfelde zu sehen und zu hören sein.

Weitere wichtige Elemente des Abends werden vom Bezirk selber bestritten. Es ist an der Zeit ist, viele bekannte Gesichter einmal wieder zu sehen. Es gab viele Einsendungen zu der Aktion „Osterlicht“ und so wird es durch den ganzen Bezirk von einer Hand zur anderen wandern. Vielen Dank auch an die mutigen Sänger, die sich nach langer Zeit getraut haben und einen virtuellen Hamburger (Ost)er-Chor bilden. Viel Spaß beim Zuschauen und Zuhören YouTube-Kanal von Hamburg-Ost:

 

Und hier zum Nachlesen noch einmal der Osterimpuls von Diakon Andreas:

Osterimpuls

Karsamstag, Jesu Tod ist Realität. Die Hoffnung der Menschen die an ihn glaubten und mit ihm waren scheint gescheitert. Der Mann der ihr Leben so fundamental auf den Kopf gestellt hatte und dem sie gefolgt waren, ist am Kreuz gestorben. Würdelos, misshandelt und hingerichtet wie ein Verbrecher.

Versucht man sich in ihre Lage hineinzuversetzen und nachzuvollziehen was sie empfunden haben, kommt man sicherlich nicht sofort auf Gedanken wie Mut, Hoffnung und Zuversicht. Die frohe Osterbotschaft scheint endlos weit entfernt. Dazu war alles noch zu frisch - erst wenige Stunden waren vergangen seit Jesus qualvoll und verzweifelt am Kreuz gestorben war. Was war mit der großen Verheißung? Seiner Auferstehung? Er hatte davon gesprochen, damals in Galiläa. Von allem was in den letzten Stunden passiert war. Und auch von dem was noch kommen sollte. Aber seine Worte waren wie weggewischt, nicht präsent, vielleicht noch irgendwo im Hinterkopf, vergraben von Trauer und Schmerz. Sie waren Menschen, ganz so wie wir heute auch, Trauer und Abschied sind starke Gefühle - schließlich ist der Tod aus menschlicher Sicht gesehen endgültig - unwiderruflich - das Ende! Aber ist es das wirklich? Aber dazu später noch ein paar Worte.

Greifen wir uns noch einmal die drei Begriffe vom Anfang heraus: Mut, Hoffnung, Zuversicht und verknüpfen wir sie einmal mit konkreten Personen aus der Ostergeschichte. Geben wir ihnen ein Gesicht.

Mut: Da war Josef von Arimatäa, ein reicher Mann und Jünger Jesu. Ein Mann der eher selten konkrete Erwähnung findet. Er hat sich getraut persönlich zu Pontius Pilatus zu gehen, um ihn um den Leichnam Jesu zu bitten, damit er für ein würdiges Begräbnis sorgen kann. Pilatus lies ihn machen. Josef nahm den toten Körper vom Kreuz, wickelte ihn in ein Leinentuch und legte ihn in ein Felsengrab, in dem noch nie jemand gelegen hatte. Er hat sich getraut, getraut sich einzusetzen für das Gute, auch wenn er sich dabei bekennen musste, was auch zu seinem Nachteil hätte ausgelegt werden können. Er wollte dem toten Herrn eine letzte würdige Ruhestätte verschaffen, üblich wäre gewesen den Körper Jesu, als Verurteilten Kriminellen irgendwo würdelos zu verscharren. Er - Josef hat Mut aufgebracht und in einem Moment der Trauer und Verzweiflung durch konkretes Handeln Gutes erreicht.

Hoffnung: Da waren Maria und Maria von Magdala. Die beiden Frauen kamen zu Jesu Grab, um nach ihm zu sehen. Was ihnen dort begegnete war im ersten Moment sicherlich erschreckend und schier unbegreiflich. Ein Engel erschien und sprach zu ihnen „Fürchtet Euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus den Gekreuzigten sucht. Er ist nicht hier, er ist auferstanden, wie er gesagt hat.“ Ihr Blick in das leere Grab lies kein Zweifel, Jesus war nicht mehr da. Schließlich folgten sie dem Auftrag des Engels und liefen zu den Jüngern um ihnen die Auferstehungsbotschaft zu überbringen. Die Frauen wurden so zu Schlüsselfiguren der Ostergeschichte und des christlichen Glaubens, sie haben die Hoffnung angenommen. Ja, Jesus lebt! Sie haben die Hoffnung zugelassen, ihr Raum gegeben und die frohe Botschaft weitergetragen. Schließlich begegnen sie dem Auferstandenen Jesus. Ganz - nah und persönlich. Er begrüßt sie mit den Worten: Seid gegrüßet! Was wörtlich übersetzt aus dem Griechischen heißt „Freut euch“! Ihre Hoffnung wurde nicht enttäuscht, letzte Furcht und Zweifel waren zerstreut, ihre Freude vollkommen. Ja, Jesus lebt! Der Herr ist auferstanden!

Zuversicht: Da war Kleopas, der sich mit einem weiteren Jünger, dessen Namen wir leider nicht kennen, zu Fuß auf den Weg nach Emmaus gemacht hatte. Die beiden waren traurig und hatten Redebedarf. Und so gingen sie dahin und redeten, über das was in Jerusalem geschehen war. Unterwegs schließt sich ihnen ein Unbekannter an und erklärt ihnen, dass alles genau so passieren musste und im Übrigen auch genauso vorhergesagt war. Erst am Abend, beim gemeinsamen Abendessen, erkannten die beiden, wer da eigentlich mit ihnen ein Stück des Weges gegangen war. Es war der auferstandene Jesus. Und als sie es bemerkt hatten, sagten sie: Und brannte nicht unser Herz als er mit uns redete.“ Die Zuversicht war zurückgekehrt. Zuversicht darauf, dass nicht alles zu Ende ist, dass es gut werden kann, ihre Trauer war verflogen und sie machten sich sofort auf den Weg zurück nach Jerusalem. Zurück in die Gemeinschaft der Jünger, um ihnen ihre Erlebnisse zu berichten.

Und was hat das alles nun mit uns heute zu tun? Alle diese Menschen steckten in einer schwierigen Situation. Wie wir heute auch. Sie waren starken Gefühlen und Gefahren ausgesetzt, Grenzsituationen menschlichen Lebens. Scheinbar ausweg- und hoffnungslos. Und doch hat es für sie alle ein Gutes Ende genommen. Und das ist wofür Ostern steht - Jesus Christus hat den Tod besiegt. Am Ende wird es gut! Du kannst etwas dazu beitragen und dich für das Gute einsetzen, wie Josef. Du kannst versuchen den Zweifel beiseite zu schieben und den Engel zu erkennen der deinen Weg kreuzt, so wie Maria und Maria. Und wenn du dich allein fühlst und du am liebsten weglaufen möchtest, dann sprich drüber, wie die beiden Jünger auf ihrem Weg nach Emmaus. Und wenn nichts mehr geht, dann ist Jesus trotzdem da, geht mit dir ein Stück des Weges, manchmal spürbar, manchmal unsichtbar. Und das über den Tod hinaus. Und was ist mit den Sünden? Da war doch auch noch was. Ja, er hat sie auf sich genommen. Schwer zu begreifen ja, aber er hat’s gemacht und die Tür zur Vergebung geöffnet. Das Verhältnis von Gott und Mensch neu gemacht. Er gibt dir die zweite, dritte und vierte Chance. Du bist mehr als deine Fehler. Gott hilft, auch heute im Hier und Jetzt, egal ob du Fehler machst. Es zählt das Bemühen es besser zu machen. Und der Tod? Ja der Tod, er ist unvermeidlich; nicht das Ende. Das ist Ostern, das ist die Hoffnung der Christen.